Ostereier im Sand

Mit großem Fang zurück ins Ostseebad Warnemünde

In Warnemünde findet man ab und an noch farbige, mit Schokolade gefüllte Ostereier im Sand. Vielleicht glitzern auch noch ein paar bunte Eier, welche Kinder beim Osterspaziergang am Sonntag übersehen haben, im Waldstück an der Steilküste bei Diedrichshagen in der Sonne. Jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat noch kein Ostseekutter jemals eine Osterüberraschung aus Zuckerguss in Form eines riesigen Osterei in den Alten Strom geschleppt.

Den dort liegenden Kuttern aus Stahl und Holz sieht man manch stürmischer Seefahrten durchaus an. Einen Kahn mit einem Bug aus Lukullus, den Fenstern, Anker und einem Steuerrad aus Schokolade, der die rauhe See aus Waffel, Zartbitter und weißer Schokolade durchquert hat, wird man dort vergeblich suchen.

An der Mittelmole, gleich neben den Fähranleger, machen mit jetzigem Beginn der Kreuzfahrtsaison immer wieder große schwimmende Bettenburgen verschiedener Redereien fest. Aus deren Bauch quillt bunte Menschenmasse, die sich zäh und behäbig über die Promenade am alten Strom, vorbei am Leuchtturm mit dem Teepott bis hin zum Neptun Hotel ergießt. All diese Seefahrer haben zum Auferstehungsfest den Leuchtturm noch nie in ein Zuckerguss Ei gehüllt gesehen, welches zudem die umliegenden Gebäude in ihren bunten Fassaden darstellt.

All die Besucher, die sich dieses Jahr zu Beginn der Karwoche auf das nachträgliche Neujahr Turmleuchten gefreut und das explodierende Farbenspiel am Himmel bewunderten haben, ahnen nicht, dass dieses mit Royal Icing auf einem Osterei nachgebildet werden kann und so gleichfalls über dem Mini-Leuchtturm aus Zuckerguss farbenfroh erstrahlt.

Eben so die Möven, die durch ihr lautes Geschnatter am Strand und den bunten Verkaufsständen auf sich aufmerksam machen, finden zart und zerbrechlich Platz auf dem Osterei im Ostseekutter der so all die Highlights von Warnemünde in sich vereint.

Als kleine Überraschung für die Angestellten im Residenz Strandhotel zum Osterfest hat eben dieser Kutter die 500km Fahrt bis nach Warnemünde unbeschadet überstanden, um dann still und unbemerkt in den hinteren Räumlichkeiten des Hotels vor Anker zu gehen.

Es gab ihn also wirklich, den hier beschriebenen Kutter zum Osterfest!

Herzenssache

Zwei Herzen verschmelzen zu Einem.

Zwei Herzen verschmelzen zu Einem. Obwohl sie – ein Jedes für sich – unterschiedlich sind, sollten Sie dennoch zusammen passen und wie Zahnräder ineinander greifen. So vereint, beschreiten sie den gemeinsamen Weg im Buch des Lebens – für ein paar Seiten oder bis zum Ende der Geschichte.

So ähnlich kamen mir als Gast einer anstehenden Hochzeit und einer etwas später folgenden Goldenen Hochzeit die verschiedenen Bilder in den Sinn. Ob nun in Erwartung den neu Vermählten die Hände zu schütteln oder aber anerkennend bei einer Goldenen Hochzeit zu gratulieren – stellt sich zudem fast immer die Frage – was schenke ich. Einen Anhaltspunkt hierzu findet man des Öfteren auf der Einladung. All zu gern ließt man von einer finanziellen Unterstützung. Nach der anfänglichen Erleichterung, die Frage beantwortet bekommen zu haben, stellt sich unversehens eine neue Frage – wie verpacke ich das Geld. Schließlich will man die Scheine nicht im Couvert überreichen. Und außerdem möchte man mit seinen Gedanken zur Verpackung den Aufwendungen für die anstehende Feierlichkeit wenigstens in kleinem Maß entsprechen. Hier meint der Buchhandel oder aber auch das Internet mit verschiedenen Basteleien das Problem zu lösen. Wenn man allerdings nicht das Dargestellte kopieren möchte, kommt man um etwas kreative Arbeit nicht drum rum.

In meine Fall lag es recht nahe, das Geld in einer essbaren Süßigkeit zu verpacken. Dabei sollte der Bezug zu den Herzen, den Zahnrädern und einem Buch schon erkennbar sein. Zwei Herzhälften müssen dann auch in unterschiedlichen Materialien entstehen – in meinem Fall bleibe ich bei den bewährten Süßigkeiten – Zuckerguss und Schokolade – die natürlich auch wunderbar farblich zum Thema passen. Zahnräder in verschieden Formen entstehen zu lassen ist leichte Arbeit. Diese dann zu einem Herz zusammen zu fügen schon um so schwerer. Hier kann ich mich noch gut an die Kerzenständer aus Zuckerguss erinnern, die mir als Weihnachtsdekoration mehr als einmal zusammen gebrochen sind. Es funktioniert diesmal mit dem Herz etwas besser, dachte ich mir, bevor die ganze Konstruktion das erste Mal zusammen viel. Dem folgten zwei weitere Aufbauten bis das Herz endlich in sich Halt fand und im Inneren die angedachten Geldscheine aufnahm. Die Waffelblätter werden ähnlich zusammen gefügt wie die Seiten eines Buches, nur eben mit Ganache. Wenn die einzelnen Seiten mit Schokolade bestrichen werden, härten sie aus und erfahren ihre Steifigkeit. Nachdem man noch eine kleine Widmung auf den aufgeschlagenen Seiten hinterlassen hat, muss das Herz seinen Platz finden. Wie schon mehrfach erwähnt – Schokolade ist der beste Kleber. So bleibt das Herz an dem vorgesehenen Platz, zwischen den Buchseiten fest verwahrt.

Dennoch ist die ganze Konstruktion eine recht fragile Angelegenheit und man möchte es, einmal zusammen gefügt, keinen Meter mehr bewegen. In meinem Fall lagen allerdings zwischen dem Entstehungsort und der Lokalität zur Hochzeit 93km. Ich kenne nun jede Unebenheit zwischen Meerane und Leipzig. Dennoch ist alles heil zur Hochzeit angekommen und hat selbst diese, nach Bestaunen mit Auge und Hand, unbeschadet überstanden. Nicht verschweigen möchte ich, dass ich mir selbst beim Aufbau recht unsicher war und für den Fall der Fälle ein Alternativgeschenk vorbereitet wurde.

Zur später folgenden goldenen Hochzeit wiederholte ich den Aufbau, der mir trotz Erfahrung das widerholte Zusammenbrechen des Herzens nicht ersparte. Aber auch diese Süßigkeit als festes Ganzes fand seinen Platz auf dem Geschenketisch.

Die Arbeit von 4 Wochen, die Aufregungen beim Zusammenbau und das Durcheinander in der Küche, wie auch der Spaß an der Arbeit war mir bei beiden Brautpaaren eine wirkliche Herzenssache!

Euch eine gute Zeit und vielen Dank dafür.

Nur Royal Icing zum Weihnachtsabend

Wenn es mal nur was Einfaches sein soll!

Essbarer Zuckerguss Kerzenständer

Diese Weihnachten sollte es eine ganz einfache Dekoration ohne großen Aufwand und Material sein. Dies wurde mir bereits im Vorfeld offeriert. Gut dachte ich bei mir, dass mache ich. Puderzucker und Eier mit einer Priese Salz und einem Spritzer Zitrone – einfacher geht es ja wohl kaum! :o) Und damit baue ich das Übliche, was sonst auf dem Tisch auch zu finden ist, Schale und Kerzenständer. Das war’s. Allerdings ist oftmals das vermeintlich Einfache eben gar nicht einfach. Das Problem mit dem Zuckerguss ist zum einen die richtige Konsistenz und zum anderen das schnelle Auflösen beim Kontakt mit geringer Flüssigkeit.

Das Anrühren von Zuckerguss erfolgt mit Eiweiß, Puderzucker zuzüglich dem erwähnten Salz und der Zitrone. Da in meinem Fall die Masse eine hohe Stabilität erhalten soll, ist ein langsames Rühren erforderlich um wenig Luftbläschen dem Royal Icing einzurühren.

Natürlich werden die Behältnisse und die Kerzenleuchter zuerst in Einzelteilen gefertigt. Wie schon erwähnt ist dann der folgende Zusammenbau zum Verbinden mit Zugerguss sehr schwierig. Das entstanden Kunstwerk wird wieder weich und verbiegt oder bricht. Da helfen oftmals nur gute Nerven, eine dritte Hand und ein kleiner Sekt. Ein Drittel Verlust sollte demnach bei der Zugerguss-Schlacht eingeplant sein.

Den Kampf hat man gewonnen wenn der Zuckerguss trocknet. Er wird merklich leichter, knochenhart und ist auch noch lange danach genießbar – ein kleiner Lohn für die Mühe und die Arbeit!

P.S. Da bei meinen Werken alles essbar ist, sind die Kerzen samt Docht natürlich genießbar. Sie schmecken wie die längste Praline der Welt!